Der amerikanische Präsident Donald Trump hat entschieden, dass die USA sich aus dem Pariser Klimaschutzabkommen (COP21) zurückziehen. Die Welt reagiert enttäuscht und findet es einen großen Irrtum.

Worum handelt es sich? Im Dezember 2015 wurde auf der UN-Klimakonferenz in Paris (COP21) ein Abkommen abgeschlossen, das inzwischen von 200 Ländern unterzeichnet wurde.  Im Rahmen des Pariser Abkommens wurden gesetzlich verbindliche Vereinbarungen über den Ausstoß von Treibhausgasen getroffen, damit die Erderwärmung auf 1,5 oder 2 Grad Celsius des vorindustriellen Niveaus beschränkt bleibt.  Der Vertrag verlangt, dass die Mitgliedstaaten nationale Klimapläne erstellen, die ausreichend hohe Zielvorgaben enthalten und wobei in jedem neuen Plan höhere Ziele gesetzt werden. Außerdem wird von den reichen Ländern erwartet, dass sie Entwicklungsländer finanziell bei der Reduzierung ihrer eigenen Emissionen unterstützen.  Der ehemalige Präsident Obama hatte die beiden letzten Aspekte als Bedingung für das Abkommen gestellt.

Während der Kampagne, aber auch als Präsident, hat Donald Trump mehrmals angegeben, dass die USA das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen sollten. Er hält deshalb sein Wort … und sagt nein, sofern keine neuen Verhandlungen möglich seien. Zusammen mit Syrien und Nicaragua werden die USA die einzigen 3 Länder sein, die das Klimaabkommen nicht unterzeichnen.   Die USA hatten jedoch versprochen, den CO2-Ausstoß bis 2025 um ca. ein Viertel im Vergleich zum Niveau von 2005 zu senken. Aber Trump findet dieses Abkommen schlecht. Schlecht für den amerikanischen Arbeitsmarkt, schlecht für die amerikanische Wirtschaft und schlecht für die Wettbewerbskraft amerikanischer Unternehmen. Also: America first. Diese Entscheidung kommt keineswegs unerwartet. Ende März wurde bereits ein Präsidialerlass über den internen Umgang mit den Klimaregeln verkündet.  Es war eine Art von „America First“-Energieplan, bei dem massiv auf protektionistische Schaffung von Arbeitsplätzen gesetzt wurde.   Der neue Präsident genehmigte die Keystone XL-Pipeline von Kanada nach Texas. Die Dakota-Pipeline, die quer durch Indianergebiet in South Dakota verläuft, ist betriebsbereit. Es hatte den Anschein, als ob der Weg für Öl, Gas und Steinkohle frei gemacht wurde. 

Und dennoch hält die restliche Welt das abgeschlossene Klimaschutzabkommen für unumkehrbar. Die USA sind für 14% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Damit stehen sie auf dem zweiten Platz, nach China und vor Indien. Sowohl China, Indien als auch die EU bestätigen ihr Engagement und wollen als Vorreiter unbedingt gemeinsam weitergehen. Die amerikanische Entscheidung ist selbstverständlich signifikant, aber die negativen Folgen auf die Energiewende sind relativ. Verschiedene amerikanische Staaten wie Washington, New York und Kalifornien sind nicht mit ihrem Präsidenten einverstanden und wollen das Klimaschutzabkommen dennoch in die Praxis umsetzen. So setzt sich der Staat New York weiterhin hohe Ziele und will seine CO2-Emissionen bis 2050 um achtzig Prozent reduzieren.  Sehr viele amerikanische Unternehmen, auch in Branchen mit der höchsten Verschmutzung wie Oil & Gas und Metals & Mining, wollen die Wende zu einer grünen Technologie fortsetzen.  Erneuerbare Energie, Erdgas, Sonne und Wind werden für neue Arbeitsplätze, Innovation und Nachhaltigkeit sorgen. Ein Beispiel: Im ersten Quartal 2017 wurden in der Europäischen Union fast 50 Prozent mehr Elektrofahrzeuge als im gleichen Quartal des Vorjahres verkauft.   Dies ist an sich schon eine gute Entwicklung, aber eine zusätzliche positive Folge ist auch, dass die Nachfrage nach Lithiumbatterien, recyceltem Aluminium und Katalysatoren zunimmt. Unternehmen, einschließlich amerikanischer Firmen, führen diese Wende durch. Sie passen ihr Geschäftsmodell an und verstehen, dass es nachhaltig sein wird oder nicht.  Dies ist die einzige Möglichkeit, Risiken zu managen, Chancen zu maximieren und längerfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Auch Investoren suchen ihrerseits zunehmend nachhaltige Lösungen.  Unternehmen, die nachhaltige Kriterien in ihre Betriebsführung integrieren, werden eher ausgewählt als Unternehmen, die keine Aufmerksamkeit für Umwelt, Gesellschaft und gute Verwaltung haben.  Der Klimawandel ist einer der Schwerpunkte, um das Wohlbefinden zukünftiger Generationen und deren wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Es hat den Anschein, als ob das amerikanische „Nein“ den internationalen und gesellschaftlichen Rückhalt für das Klimaschutzabkommen und eine weitere Erhöhung der Nachhaltigkeit nur verstärkt hat.