23 OKT

2018

Asset Class , Green Metals , SRI

Kobalt: der neue Blutdiamant

Um den Transport nachhaltiger zu machen, braucht man Elektrofahrzeuge, betrieben mit Strom aus erneuerbaren, CO2-armen Energiequellen. Ein wesentlicher Teil eines „grünen“ Autos ist aber die Batterie. Meist werden heute Lithium-Ionen-Akkus verwendet, die aus mehreren Metallen bestehen. Eines davon ist Kobalt, das für die Langlebigkeit der Batterie entscheidend ist. Aber trotz seiner unbestreitbaren Qualitäten kann man sich mit Kobalt leicht die Hände schmutzig machen.

30% der Kobaltförderung werden heute für Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Die restlichen 70% entfallen auf bestimmte Arten von Katalysatoren und Stahllegierungen.

Kobalt kann einen Lithium-Ionen-Akku stabilisieren und das Explosionsrisiko senken. Das Metall hat eine Schlüsselfunktion bei der Batterieherstellung. Ein großer Nachteil ist allerdings sein hoher und volatiler Preis. Beides hat damit zu tun, dass Kobalt nicht leicht zu gewinnen ist und die Förderländer nicht frei von politischen Risiken sind. Über die Hälfte der weltweiten Kobaltförderung entfällt auf die Demokratische Republik Kongo, der hierbei gerade erst Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen wurden. Viele Nichtregierungsorganisationen, auch Amnesty International, weisen darauf hin, dass das meiste im Kongo geförderte Kobalt aus kleinen Bergwerken stammt. Hier wird es unter gefährlichen Arbeitsbedingungen von Kindern gefördert, manchmal nicht einmal drei Jahre alt. Nachdem die vielen kleinen Bergwerksbetreiber das Kobalterz verkauft haben, wird es über viele Zwischenstationen durch Tansania und Südafrika weitergereicht, um es zu „waschen“.

Angesichts dieser Preisvolatilität muss man über Kobaltrecycling nachdenken. Dadurch könnte der Preisdruck nachlassen – und das Risiko, indirekt an Menschenrechtsverletzungen in der Demokratischen Republik Kongo mitzuwirken. Einige Unternehmen untersuchen die Gewinnung von Kobalt durch Batterierecycling, was etwa 10% des Bedarfs der Automobilindustrie decken könnte. Der Recyclingsektor macht große Fortschritte, und die Rückgewinnung von Kobalt könnte sicher bedeutsam werden, wenn die heutigen Elektroautos einmal verschrottet werden.

Ein wichtiges Unternehmen in diesem Bereich ist Umicore. Als Marktführer in der Katalysatorenherstellung und dem Recycling von Platinoiden steht es zwischen den Technologien für Verbrennungsmotoren (Platinoide für Katalysatoren) und den Technologien der Zukunft (Kathoden für NMC-Lithium-Ionen-Akkus). Umicore hat eine Vision und kann auf die Anforderungen des Automobilsektors reagieren. Aus SRI-Sicht ist das Unternehmen daher ein Muss. Die Richtlinie von Umicore für den Umgang mit den Menschenrechtsrisiken der Kobaltförderung im Kongo bestätigt eindrucksvoll die Qualität des Geschäftsmodells.