21 AUG

2019

Forschungsarbeiten , SRI , Themen

CO2-Reduzierung im Portfolio: Vergleichende Betrachtung von Ausschluss und Optimierung

Die Sektoren Energie, Grundstoffe und Versorgungsunternehmen sind für einen Großteil der auf börsennotierte Unternehmen entfallenden CO2-Emissionen verantwortlich. Wie wäre es also damit, diese Sektoren einfach aus dem Anlageportfolio auszuschließen?

Durch einen Ausschluss dieser Sektoren aus dem Portfolio würde man ca. 11 % des MSCI© US und 14 % des MSCI© World aussparen; Grundlage für diese Zahlen sind die Daten von Februar 2019. Ein Ansatz dieser Art kommt üblicherweise bei etlichen kohlenstoffarmen ETFs zur Anwendung, denn er bietet eine einfache und wirksame Möglichkeit, die CO2-Emissionen bei Portfolios zu reduzieren. Allerdings ergibt sich beim Ausschluss-Ansatz definitionsgemäß eine starke Ausrichtung auf Sektoren. Diese wiederum führt zu nachteiligen Portfolioeigenschaften in bestimmten Märkten und auch zu einem höheren Tracking Error.

Der Tracking Error im Rahmen der vergleichenden Betrachtung von Ausschluss und Optimierung 

Wir haben diese beiden Ansätze hinsichtlich der Aspekte CO2-Intensität und Tracking Error miteinander verglichen, als Benchmark diente uns dabei der MSCI© World Index. Stand aller Simulationen ist Ende Februar 2019. Beim ersten Ansatz schlossen wir die drei CO2-intensivsten Sektoren aus dem Universum aus und verteilten ihre Gewichtungen proportional auf den restlichen Teil des Portfolios um. Beim zweiten Ansatz minimierten wir den CO2-Fußabdruck mit einem Portfoliooptimierungs- und Risikomodell und schränkten die Sektorgewichtungen dahingehend ein, dass sie denen der Benchmark MSCI© entsprachen.

Das grüne Quadrat in Diagramm 11 zeigt das Ergebnis der Simulation des Ausschlusses von Sektoren. In der Simulation wurde mit der Ausschluss-Methode eine Reduzierung der CO2-Intensität um 75 % gegenüber der durch ein orangefarbenes Dreieck dargestellten Benchmark erreicht, das allerdings bei einem relativ hohen Tracking Error von 1,12 %.

Zur Einschätzung des Ansatzes der CO2-Optimierung nahmen wir eine Reihe von Portfoliosimulationen mit unterschiedlichen Kombinationen aus CO2-Intensität und Tracking Error vor, die jeweils als blaues X dargestellt sind. Das in dieser Reihe enthaltene Portfolio „Optimierung“, bei dem die CO2-Intensität derjenigen des Ausschluss-Ansatzes ähnelt, ist mit dem blauen Quadrat gekennzeichnet: Reduzierung der CO2-Intensität um 75 %, allerdings bei deutlich niedrigerem Tracking Error von 0,27 %.

Beim Ansatz „Optimiert“ werden Risiken reduziert, die durch die Ausrichtung auf Sektoren entstehen. Das Portfolio ist zwar nach wie vor in Sektoren mit hohen CO2-Emissionen investiert, es konzentriert sich mit seinen Investitionen aber auf diejenigen Unternehmen in jedem Sektor, die am effizientesten sind oder am wenigsten CO2 ausstoßen. Dies trägt zur Aussendung von Marktsignalen durch die Anleger bei und unterstützt Initiativen der Anleger zur Förderung des verantwortungsvollen Umgangs mit dem Thema CO2 in Sektoren mit hohen CO2-Emissionen.

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