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2018

Der neue Fed-Vorsitzende Jerome Powell hob die Federal Funds Rate wie erwartet um 25 Basispunkte an. Insgesamt wirkte die Fed erheblich zuversichtlicher.  In den nächsten Jahren dürften Wachstum und Inflation steigen, die Zinsen werden vermutlich schneller angehoben und der für Ende 2020 erwartete Leitzins ist 31 Basispunkte höher als vor drei Monaten. Dies spricht für eine eher kurze Duration, eine allenfalls geringe US-Dollar-Abwertung und ein günstiges Umfeld für risikobehaftete US-Papiere.


Stärker

Im Kommuniqué des Offenmarktausschusses war zu lesen, dass sich „die Konjunkturaussichten in den letzten Monaten verbessert“ hätten. Die Fed scheint also jetzt zuversichtlicher zu sein. Sie erwartet mehr Wachstum, weniger Arbeitslosigkeit und eine höhere Inflation. Die durchschnittliche BIP-Projektion stieg um 20 Basispunkte auf 2,7% für 2018 und um 30 Basispunkte auf 2,4% für 2019 – zum einen wegen der staatlichen Wachstumsprogramme und zum anderen, weil ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 10 Bp. auf 3,8% in diesem und um weitere 20 Bp. auf 3,6% im nächsten Jahr erwartet wird. Interessanterweise wurden die Prognosen für die Kerninflation für die beiden Jahre 2019 und 2020 um 10 Bp. auf 2,1% angehoben. Fed-Chef Powell gab sich entspannt und sagte, die Prognosen könnten „abhängig von der Konjunktur“ angepasst werden. Die Fed scheint bereit, eine leichtes Überschießen der Inflation zu tolerieren.


Schneller und höher

Die durchschnittlichen Projektionen des Offenmarktausschusses signalisieren nach wie vor drei Zinsschritte in diesem Jahr. Es könnten aber noch mehr werden. Vor drei Monaten erwarteten 10 von 16 Ausschussmitgliedern drei Erhöhungen in diesem Jahr. Jetzt sind es 13 von 15. Im Durchschnitt wird für 2019 jetzt ein Leitzins von 2,9% erwartet. Das spricht für drei weitere Zinserhöhungen im nächsten Jahr. Im Dezember war man von zwei Erhöhungen ausgegangen. Die Median-Erwartung für den Leitzins im Jahr 2020 liegt nach 3,1% im Dezember jetzt bei 3,4%. Der neue Vorsitzende spielte die Bedeutung der Dot Plots herunter und sagte, sie seien ein Instrument und nicht in die Bibel. Er stellte allmähliche Zinserhöhungen in Aussicht und verwies darauf, dass sich die Prognosen konjunkturbedingt ändern könnten.


Auswirkungen

Die Fed unter Powell will die Zinspolitik von der Wirtschaft abhängig machen. Solange nichts auf einen signifikanten Inflationsanstieg hinweist, werden die Zinsen allmählich erhöht. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die Fed in den nächsten Quartalen die Geldpolitik straffen wird. Der US-Dollar dürfte daher nicht zu stark abwerten, und die Anleihenrenditen werden vermutlich weiter steigen. Die Fed hat bestätigt, dass das Umfeld insgesamt günstig für risikobehaftete US-Papiere bleiben wird.