17 APR

2018

Nachdem wir zu Jahresbeginn in Aktien übergewichtet waren, haben wir unsere Aktienposition Anfang März auf neutral gesetzt.  Auch im 2. Halbjahr 2018 dürfte das Wachstum stabil bleiben. In unserem Hauptszenario gehen wir aber von höheren Verlustrisiken aus, weil die Konjunkturdynamik ihren Höhepunkt erreicht hat, in den USA die Geldpolitik normalisiert wird und der Protektionismus zunehmend Sorgen macht. Andererseits könnte die kommende Berichtssaison besser ausfallen als erwartet. In diesem Quartal wollen wir den richtigen Zeitpunkt finden, um unsere Aktienquote wieder zu erhöhen, sobald sich der Rauch verzogen hat.


Hauptszenario

Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht bleibt das Umfeld mittelfristig günstig für risikoreichere Wertpapiere. Die Weltwirtschaft wächst, und dies dürfte sich nicht ändern. Dafür sorgt vor allem das stärkere Wachstum in den Emerging Markets. Die US-Wirtschaft ist konsumgetrieben, dank wachsender Beschäftigung und höherer Haushaltseinkommen. 2018 dürfte die Weltwirtschaft stärker wachsen als 2017. Auch 2019 ist in vielen Regionen von einem Wachstum über Potential auszugehen. In diesem Umfeld erscheinen die Aktienbewertungen niedrig, vor allem im Vergleich zu Anleihen.


Warum könnte unser Szenario zu optimistisch sein?

Die zuletzt schärfere Rhetorik bei den Handelsstreitigkeiten ist ein Risikofaktor für unser Szenario, in dem wir von solidem Wachstum und moderater Inflation ausgehen. Bislang halten sich die Auswirkungen auf die Wirtschaft in Grenzen, aber eine Eskalation zu einem echten Handelskrieg würde niemandem nutzen. Alle würden verlieren, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Wir gehen davon aus, dass die Unsicherheit bis zum 22. Mai anhält. Dann endet die Konsultationsphase zu US-Zollplänen für chinesische Güter. Weitere politische Risiken können vor allem im Nahen Osten entstehen. Die Median-Projektionen des Offenmarktausschusses signalisieren zwar nach wie vor drei Zinsschritte in diesem Jahr. Es könnten aber noch mehr werden. Nach den Projektionen der Fed besteht das Risiko steigender Marktzinsen, so dass die US-Zinsstrukturkurve wahrscheinlich noch flacher wird.


Warum könnte unser Szenario zu pessimistisch sein?

In dieser Woche beginnt die Berichtsaison für das 1. Quartal 2018. Es werden gute Ergebnisse erwartet. Diese Berichtssaison ist sehr wichtig. Die Konsens-Gewinnschätzungen für die S&P-500-Unternehmen sind seit Anfang um 5 % gestiegen. Üblicherweise sinken sie vor Beginn der Berichtssaison um 3 bis 4 %. Die Gründe für die positiven Revisionen sind die starke Konjunktur, höhere Ölpreise, die kontinuierliche Abwertung des US-Dollars und die Steuerreform.