12 OKT

2017

Absolute-Performance , Themen

Candriam-Jahrestagung zum Absolute-Return-Management

Ende der expansiven Geldpolitik eröffnet Chancen für Absolute-Return-Strategien

  • Mögliche Zinswende: Positive Aussichten für aktive Absolute-Return-Strategien
  • Steigende Zinsen begünstigen insbesondere Long-Short- und Global-Macro-Strategien
  • Mittelzuflüsse in Absolute-Return-Strategien steigen wieder

Die Candriam Investors Group hat auf ihrer diesjährigen Jahrestagung Stärken und Herausforderungen von Absolute-Return-Strategien diskutiert. Im Fokus der Tagung stand das allmähliche Ende der expansiven Geldpolitik in Europa und Nordamerika, das insbesondere aktive Long-Short- und Global-Macro-Strategien begünstigt.

Seit 2008 hat vor allem die expansive Geldpolitik die Märkte bestimmt. Die Folge waren sehr niedrige oder sogar negative Zinsen, hoch bewertete Aktienkurse, hohe Mittelzuflüsse in andere Vermögenswerte und der Glaube, dass die Risiken so gering seien wie nie. Mit dem, wenn auch allmählichen, Abbau der expansiven Geldpolitik werden die Karten neu gemischt – und Investoren müssen ihre Asset-Allokation überdenken.

Fabrice Cuchet, Chief Investment Officer of Alternative Investments bei Candriam: „Mit Staatsanleihen können Investoren ihre Investment-Anforderungen nicht mehr erfüllen. Zum einen sind ihre Renditen zu niedrig, zum anderen werden sie mit Zinsen von null ihrer traditionellen Rolle als bestes Diversifikationsinstrument nicht mehr gerecht. Die Aussicht, mit dem Anleiheteil eines Portfolios während einer Krise Gewinne zu erzielen, ist zurzeit entsprechend gering. Aber es gibt zwei gute Nachrichten: Erstens waren steigende Zinsen in der Vergangenheit immer günstig für Absolute-Return-Strategien. Zweitens sorgt eine restriktivere Geldpolitik für mehr Volatilität und größere Performanceunterschiede auf Einzelwerteebene – und damit für bessere Chancen für aktive Strategien."







Strategien wie Equity-Long-Short und Equity-Market-Neutral kommt es entgegen, wenn sich nicht mehr alle Wertpapiere ähnlich entwickeln. Nach einem schwierigen Umfeld für überzeugungsgeleitete Ansätze beginnt jetzt eine Phase, in der Anleger wieder von unterschiedlichen Geschäftsmodellen profitieren können. Auch steigende Zinsen sind gut für diese Strategien, weil sich Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten sind, dann nicht mehr so leicht refinanzieren können.

Für Global-Macro- und Multi-Strategien sind steigende Zinsen ebenfalls günstig, weil die Portfoliomanager bei größeren Unterschieden zwischen Regionen, Ländern und Sektoren Arbitragechancen nutzen können. Das ist bei gleichlaufenden Märkten nicht möglich. César Zeitouni, Head of Long Short Equity, fügt hinzu: „Auch das Thema Digitalisierung gewinnt in allen Bereichen der Wirtschaft an Bedeutung. Es sorgt für Arbitragemöglichkeiten zwischen Innovationsführern und Nachzüglern.“

Fazit
Das allmähliche Ende der expansiven Geldpolitik ist ein Segen für Investoren und bietet zugleich zahlreiche Chancen für Absolute-Return-Strategien mit aktiven, überzeugungsgeleiteten Ansätzen. Die Anleger erwarten bereits seit Anfang des Jahres steigende Zinsen. Die Mittelzuflüsse in Absolut-Return-Fonds sind wieder gestiegen.